Die SPD-Fraktion im Forchheimer Stadtrat hat sich zur künftigen Gestaltung des Paradeplatzes Rat von außen geholt. Carsten Jonas, Professor an der Fachhochschule Erfurt für Architektur und Stadtplanung, hat sich im September 2011 auf Vermittlung vom SPD-Ortsvorsitzenden Klaus Thormann den Paradeplatz genauer unter die Lupe genommen. Nach dem geplanten Neubau an der Platz-Südseite - auf den Baubeginn wird immer noch gewartet - soll auch der Paradeplatz ein neues Gesicht bekommen. Vertreter des Stadtbauamtes mit dem Leiter Gerhard Zedler an der Spitze skizzierten den bisherigen Planungsstand im Rahmen der Stadtsanierung.
Prof. Jonas machte deutlich, dass ein innerstädtischer Platz zunächst von seiner Funktion her definiert werden müsse. Wie soll also der Paradeplatz nach einem Umbau genutzt werden? Unabhängig davon benötigt der Platz eine einheitliche und ansprechende Pflasterung.
Zu viele ausschmückende Elemente (z. B. „Möblierung“ durch Blumentröge) wären für den Gesamteindruck schädlich. Den Vorschlag aus den Reihen der SPD, den bislang von einem Stück Asphaltstraße eingenommenen Westteil des Platzes vor der Hypovereinsbank mit in die Platzgestaltung einzubeziehen, unterstützte Jonas ausdrücklich. In der oft in Forchheim kritisierten Wölbung des Platzes über der Tiefgarage sah der Professor indes kein Problem. Von einer „Terrassierung des Platzes“ mit unterschiedlichen Höhenniveaus riet er dringendst ab.
Einen Brunnen am Platz könne man sich gut vorstellen, jedoch nicht in einer zentralen Lage. Die Mariengruppe brauche dringend eine Kulisse im Hintergrund und sei nicht für eine freie Stellung wie bislang geschaffen. Insofern müsse ein neuer Standort gesucht werden. Die Treppenzugänge in die Tiefgarage brauchen eine harmonischere und hochwertigere Gestaltung.
Zwei zentrale Fragen mussten aber noch offenbleiben, da hier weitere sorgfältige Untersuchungen notwendig sind. Zum einen muss geklärt werden, ob der Paradeplatz weiter durchgängig angefahren oder für den Durchgangsverkehr gesperrt wird. Hier war bei der Forchheimer SPD durchaus viel Skepsis zu spüren. Aber die hoffentlich bald beginnende Baustelle am Paradeplatz zur Errichtung des neuen Gebäudes an der Südseite erfordert eine Sperrung des Durchgangsverkehrs, so dass hier neue Erkenntnisse über die Verkehrsstromverlagerungen aus der Praxis heraus gewonnen werden können.
Die zweite offen zu diskutierende Frage dürfte in Forchheim für Diskussionsstoff sorgen. Sollen einige fest installierte Verkaufsstände (“Viktualienmarkt“) für Obst, Gemüse und regionale Produkte errichtet werden oder soll der Paradeplatz für viele Funktionen offen stehen? Dafür könne man sich auch gut gestaltete auf- und abbaubare Stände vorstellen.
Eindeutig ist für die Sozialdemokraten, dass gemäß dem Wunsch der Bevölkerung der Grüne Markt am Paradeplatz bleiben muss, so Fraktionsvorsitzender Reinhold Otzelberger. Schließlich sei dieser auch ein belebendes Element für die Innenstadt. Über die Gestaltung der Verkaufsstände nach einem Umbau des Paradeplatzes sei aber noch nicht das letzte Wort gesprochen.